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Kinderchirurgie in Eritrea
Seit
Herbst 2005 arbeitete zunächst ein Kinderchirurg regelmäßig zweimal im Jahr für
3 – 4 Wochen im IOCCA in Asmara. Inzwischen ist ein erfahrener
Kinder-Anästhesist mit in das Team gekommen und seit 2009 auch ein weiterer
qualifizierter Kinderchirurg. Mit einem solchen Team können während eines
Einsatzes verteilt über 2-3 Wochen etwa 40 – 50 operative Eingriffe
durchgeführt werden. Parallel wird eine Krankenhausambulanz mit speziellen
kinderchirurgischen Sprechstunden bedient und es werden konsiliarisch und mit
der Intention einer Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal im
Bereich der Ärzte und der Pflege die angrenzenden Fachgebiete (Neonatologie,
Kinderheilkunde) betreut.
Neben
den üblichen chirurgischen Krankheitsbildern des Kindes- und Jugendalters
(nicht deszendierte Hoden, Leisten-, Nabel- und Bauchwandbrüche, Halsfisteln und
Tumore, die u. a. wegen des großen Anfalles von den wenigen einheimischen
Kollegen nicht versorgt werden können), geht es um die Korrektur angeborener Fehlbildungen,
insbesondere um Malformationen, die kurz nach der Geburt bzw.
im Säuglingsalter korrigiert werden müssen. Dazu gehören Fehlbildungen des
Darmtraktes ebenso, wie solche der Wirbelsäule (offener Rücken), der
Hautoberfläche und in Einzelfällen auch orthopädische Korrekturen (z. B. bei
angeborenem Klumpfuß).
Die
räumliche und personelle Ausstattung des IOCCA, einschließlich einer floatenden
Wachstation, ist für spezialisierte Eingriffe geeignet, so dass in dringenden
Fällen auch kompliziertere Operationen (Ösophagusatresie, Steißbeinteratom,
ausgedehnte Lymphangiome) sowie kinderurologische Operationen durchgerührt
werden können.
Ziel
des Projektes ist es, Hilfe zur immer besseren Selbsthilfe zu geben. Die
Hoffnung ist, einheimische Chirurgen für die Versorgung gängiger
kinderchirurgischer Probleme zu interessieren und zu qualifizieren. Damit wäre
ein offensichtlicher Versorgungsbedarf über die Zeit der Anwesenheit des Teams hinaus
und damit ganzjährig abgedeckt.
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